DSL synchron, aber kein Internet

Inhalt

Zusammenfassung

  • "DSL synchron, aber kein Internet" bedeutet oft: Leitung und Router haben Kontakt (Sync), aber es fehlt die Einwahl oder der Weg ins Internet.
  • Ursachen sind meist Zugangsdaten, Router-Konfiguration, Störungen nach der Synchronisation oder automatische Drosselung durch Dynamic Line Management (DLM).
  • Wichtig ist die Unterscheidung: Sync (physische Verbindung) vs. Internet (IP, Routing, Authentifizierung).
  • Häufiges Router-Neustarten kann DLM triggern. Dann wird die Leitung langsamer, aber stabiler.
  • Mit einem klaren Ablauf aus 5 Schritten finden Sie schnell heraus, ob das Problem im Heimnetz, am Anschluss oder beim Anbieter liegt.

Ziel dieses Ratgebers

Dieser Artikel erklärt den „Tarif“ DSL synchron, aber kein Internet als typisches Fehlerbild. Sie lernen, was bei DSL technisch passiert, warum die Sync-Lampe trügen kann und wie Sie strukturiert vorgehen. Ziel ist, dass Sie am Ende eine saubere Diagnose haben und wissen, welche Lösung realistisch ist: Router einstellen, Leitung prüfen lassen oder auf eine Alternative wechseln.

Schritt für Schritt

  1. Status sauber lesen

    Schauen Sie im Router nach zwei Dingen: „DSL ist verbunden“ (Synchronisation) und „Internet ist verbunden“ (PPP/IP). Sync ohne Internet heißt: Das Modem spricht mit der Gegenstelle, aber die Internet-Schicht fehlt.

  2. Zugangsdaten und Betriebsart prüfen

    Kontrollieren Sie Benutzername/Passwort oder die automatische Anbieter-Erkennung. Prüfen Sie auch, ob der Router im richtigen Modus läuft (DSL statt WAN, kein falsches VLAN-Profil).

  3. Hausverkabelung vereinfachen

    Schließen Sie den Router testweise direkt an der ersten Dose an. Entfernen Sie Verlängerungen, Adapter und alte TAE-Spielereien. Jede zusätzliche Strecke ist wie ein „Knoten im Gartenschlauch“.

  4. Router-Stabilität sicherstellen

    Lassen Sie den Router durchlaufen. Vermeiden Sie Zeitschaltuhren. Häufige Resyncs wirken auf automatische Leitungs-Systeme wie ein Warnsignal. Dann wird die Sync-Rate oft gedrosselt.

  5. Gezielt beim Anbieter eskalieren

    Wenn Sync stabil ist, aber keine IP kommt, melden Sie „Sync vorhanden, kein PPP/IP“. Geben Sie Zeitpunkte, Fehlermeldungen und die DSL-Werte (Leitungsdämpfung/Fehler) durch. So landet Ihr Fall schneller im richtigen Team.

Wissenwert

1) Was „Synchronisation“ wirklich heißt

Bei DSL läuft zuerst ein Handschlag zwischen Ihrem Modem und der Gegenstelle des Anbieters, dem DSLAM. Dieser Schritt heißt Synchronisation. Dabei werden Parameter für Ihre Leitung ausgehandelt. Erst wenn das steht, leuchtet „DSL“ stabil.

Wichtig: Synchronisation ist nur die physische Verbindung. Das ist wie: Die Tür zum Gebäude ist offen. Ob Sie auch in Ihr Büro dürfen, entscheidet erst die nächste Ebene.

2) Warum man trotz Sync „kein Internet“ haben kann

Nach dem Sync folgt die „Einwahl“. Je nach Anschluss passiert das über Zugangsdaten oder automatische Provisionierung. Erst wenn Ihr Router eine IP-Adresse bekommt und das Routing passt, ist „Internet“ da.

Typische Stolpersteine sind falsche Zugangsdaten, falsche Router-Betriebsart oder ein Profil, das nicht zu ADSL/VDSL passt. Auch Störungen im Netz können genau hier zuschlagen. Dann ist die Leitung zwar synchron, aber der Datenverkehr kommt nicht ins Ziel.

3) Warum die Leitung manchmal „langsamer wird“, obwohl Sie nichts geändert haben

Viele Netze nutzen Dynamic Line Management (DLM). Das System beobachtet Fehler und Abbrüche. Wenn zu viele Resynchronisierungen auftreten, senkt DLM automatisch die Sync-Geschwindigkeit. Ziel ist: weniger Fehler, mehr Stabilität.

Wenn danach Ruhe ist, tastet sich DLM über Tage bis Wochen wieder nach oben. Das erklärt, warum ein Anschluss nach vielen Neustarts plötzlich weniger Tempo hat. Das ist keine Strafe, sondern eine Art „Tempobegrenzer bei Glatteis“.

Tipp

Wissensfakt, den viele nicht kennen: Häufiges Aus- und Einschalten des Routers kann DLM auslösen. Das System sieht nur: „Leitung bricht dauernd ab“. Es unterscheidet nicht, ob Sie nur den Stecker gezogen haben. Die Folge kann eine automatische Reduktion der Sync-Rate sein, die sich erst nach stabilen Tagen wieder erholt.

Praktischer Effekt: Wer nachts per Zeitschaltuhr abschaltet, bekommt manchmal tagsüber schlechtere Werte. Besser ist: Router anlassen und nur bei echter Fehlersuche neu starten.

Option Wann sinnvoll Vorteil Nachteil
VDSL/ADSL behalten und entstören Sync ist da, Problem wirkt wie Einwahl/Router/VLAN Meist schnell lösbar, keine neue Hardware nötig Kann nervig sein, wenn Hausleitung schlecht ist
Router/Modem tauschen Sync-Abbrüche, instabile Anzeige, alte Hardware Oft sofort stabiler, bessere Fehlerkorrektur Kosten, Einrichtung nötig
Mobilfunk als Backup (LTE/5G) Sie brauchen sofort Internet, DSL zickt Schnell verfügbar, unabhängig von der Telefonleitung Je nach Tarif Datenlimit und schwankende Qualität
Kabel-Internet (Koax) Verfügbar und DSL-Leitung dauerhaft problematisch Hohe Bandbreite, oft unkomplizierte Installation Geteiltes Medium, abends teils langsamer
Glasfaser (FTTH) Verfügbar oder geplant, Sie wollen Ruhe Sehr stabil, hohe Up- und Downloadraten Ausbau nicht überall, ggf. Wartezeit

Beispiele

  • Beispiel 1: Die DSL-Lampe leuchtet stabil, aber im Router steht „PPPoE-Fehler“. Ursache sind oft falsche Zugangsdaten oder ein falsches Anschluss-Profil.
  • Beispiel 2: Nach mehreren Stromausfällen sinkt die Sync-Rate deutlich. DLM hat reagiert, um die Fehlerquote zu drücken. Nach 2–3 Wochen Stabilität wird es oft wieder besser.
  • Beispiel 3: Im Wohnzimmer hängt eine lange, ungeschirmte Verlängerung bis zur Dose. Mit VDSL ist das wie eine Antenne für Störungen. Direkt an der ersten Dose läuft es stabil.

„DSL synchron, aber kein Internet“ klingt wie ein schlechter Tarif, ist aber meist ein klar abgrenzbares Technik-Thema. Synchronisation heißt: Die Leitung steht. Internet heißt: Einwahl, IP und Routing funktionieren.

Wenn Sie strukturiert vorgehen, sparen Sie Zeit: Erst Router-Status trennen, dann Zugangsdaten und Modus prüfen, dann die Hausverkabelung vereinfachen. Lassen Sie den Router stabil laufen, um automatische Leitungs-Systeme nicht unnötig zu triggern.

Bleibt das Problem, helfen konkrete Daten beim Anbieter: Zeitpunkte, Fehlermeldungen und DSL-Werte. Und wenn Ihre Leitung dauerhaft Ärger macht, sind Mobilfunk-Backup, Kabel oder Glasfaser sinnvolle Alternativen.

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