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Glasfaser wechseln – geht das überhaupt?

Zusammenfassung
Ziel dieses Ratgebers
Dieser Artikel zeigt Ihnen, ob und wie Sie von DSL oder Kabel auf Glasfaser umsteigen können. Sie lernen, woran der Wechsel praktisch scheitert, welche Ausbaustufen es gibt und wie Sie Kosten, Verträge und Technik sauber planen. Am Ende können Sie entscheiden, ob Glasfaser für Ihren Alltag wirklich ein Upgrade ist oder eher „nice to have“.
Schritt für Schritt
- Verfügbarkeit checken
Prüfen Sie bei Anbietern und über offizielle Verfügbarkeitsabfragen, ob Glasfaser an Ihrer Adresse aktiv ist oder geplant wird. Ohne Ausbau ist ein Wechsel aktuell nicht möglich.
- Ausbaustufe verstehen
Fragen Sie nach, ob es ein echter Glasfaseranschluss bis in die Wohnung ist (FTTH) oder ob irgendwo noch Kupfer genutzt wird. FTTH ist die „durchgehende Leitung“ ohne Engpass.
- Bedarf realistisch festlegen
Notieren Sie: Wie viele Personen sind gleichzeitig online? Gibt es Homeoffice, Video-Calls, Cloud-Backups, Gaming? Danach wählen Sie eine passende Geschwindigkeit statt „Maximaltempo um jeden Preis“.
- Tarife, Laufzeiten und Wechselservice vergleichen
Schauen Sie auf Monatspreis, Upload, Mindestlaufzeit, Routerkosten und Wechselservice. Prüfen Sie Kündigungsfrist beim Altvertrag. Planen Sie einen nahtlosen Übergang.
- Installation und Termin sauber vorbereiten
Klären Sie, wo der Hausübergabepunkt sitzt und wie das Kabel in die Wohnung kommt. Am Installationstag sollte Zugang zu Keller/Technikraum möglich sein. Danach Router einrichten und Leistung testen.
Wissenwert
Was „Glasfaser wechseln“ wirklich bedeutet
Beim Wechsel geht es nicht nur um einen neuen Tarif. Es geht um eine neue Leitung bis zu Ihnen nach Hause oder zumindest bis ins Gebäude. Ist diese Leitung nicht vorhanden, können Sie den Anbieter zwar wählen, aber die Technik bremst den Wechsel aus.
Man kann es wie eine neue Autobahn sehen. Der Tarif ist das Ticket, aber ohne fertige Straße fährt niemand schneller. Darum ist die Verfügbarkeitsprüfung immer der Startpunkt.
Warum Glasfaser oft spürbar besser ist als DSL
DSL nutzt Kupferleitungen. Das funktioniert, aber es hat Grenzen. Bei hohen Geschwindigkeiten und vor allem beim Upload wird es schnell eng. Glasfaser schafft deutlich höhere Downloadraten und vielfach mehr Upload. Für Homeoffice, Backups und Videokonferenzen ist das oft der echte Gewinn.
Ein weiterer Punkt ist die Stabilität. Kupfer kann durch äußere Störungen eher beeinflusst werden. Glasfaser ist dafür weniger anfällig. Das merkt man häufig in dichter Bebauung oder bei „viel Technik“ in der Umgebung.
Wo es beim Wechsel hakt: Ausbau, Kosten und Alltag
Der häufigste Grund gegen den Wechsel ist schlicht: Es gibt noch keinen Anschluss. Besonders außerhalb von Städten wird oft erst ausgebaut, wenn genug Haushalte mitmachen. Außerdem dauert der Ausbau Zeit. Zwei bis drei Jahre sind in manchen Regionen realistisch.
Tarife sind zudem oft teurer als VDSL oder Kabel. Und: Nicht jeder braucht 1.000 Mbit/s. Wer nur surft und abends etwas streamt, merkt den Unterschied weniger. Wer jedoch parallel arbeitet, streamt und Daten in die Cloud schiebt, spürt Glasfaser meist sofort.
Tipp
Wissensfakt, den viele übersehen: Bei Glasfaser ist nicht nur der Download entscheidend. Der Upload ist oft der heimliche Star. Viele DSL-Anschlüsse liefern beim Upload nur sehr wenig. Glasfaser kann hier ein Vielfaches bieten. Das macht Video-Calls stabiler, beschleunigt Cloud-Backups und reduziert Wartezeiten beim Versenden großer Dateien.
Merksatz: Download ist der Wasserhahn. Upload ist der Abfluss. Wenn der Abfluss zu klein ist, staut es sich – selbst wenn vorne viel reinkommt.
| Option | Typische Stärken | Typische Schwächen | Passt gut für |
| DSL / VDSL | Oft überall verfügbar, meist günstiger, einfache Installation | Begrenzte Geschwindigkeit, Upload oft schwach, Leitung kann störanfällig sein | Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte, „normales“ Surfen, selten Homeoffice |
| Kabelinternet | Hoher Download möglich, oft schnell verfügbar in Städten | Bandbreite kann sich im Haus/Segment teilen, Leistung schwankt zu Stoßzeiten | Streaming-lastige Haushalte, wenn Glasfaser fehlt |
| Glasfaser (FTTH) | Sehr hohe Geschwindigkeiten, starker Upload, stabil, zukunftssicher, gut skalierbar | Nicht überall verfügbar, Ausbau dauert, oft höhere Kosten | Homeoffice, Multiuser-Haushalte, Gamer, große Uploads/Backups |
| Mobilfunk (LTE/5G) als Festnetz-Ersatz | Schnell startklar, gut als Übergang, flexibel bei Umzug | Schwankungen je nach Netz, Datenvolumen/Policy, Latenz kann variieren | Übergang bis Glasfaser kommt, ländliche Regionen ohne Leitungs-Ausbau |
Beispiele
- Familie mit drei gleichzeitig aktiven Nutzern: Ein Kind streamt, ein Elternteil ist im Video-Call, das zweite lädt Fotos in die Cloud hoch. Glasfaser bleibt dabei oft stabil.
- Selbstständige Person im Homeoffice: Große Dateien werden regelmäßig verschickt. Der bessere Upload spart Zeit und Nerven.
- Mieter in einem Ausbaugebiet: Glasfaser ist geplant, aber noch nicht aktiv. Hier lohnt sich ein Übergangstarif und eine saubere Terminplanung, damit es keine Lücke gibt.
Abschluss & Fazit
Glasfaser wechseln – geht das überhaupt? Ja, wenn der Anschluss verfügbar ist oder konkret kommt. Dann bekommen Sie meist deutlich mehr Tempo, vor allem beim Upload, und eine stabilere Leitung. Das ist besonders wertvoll bei Homeoffice, mehreren Nutzern und datenintensiven Anwendungen.
Wenn Glasfaser bei Ihnen noch nicht liegt, ist Geduld der Preis für die Zukunft. Der Ausbau kann dauern und ist nicht überall gleich schnell. Prüfen Sie deshalb zuerst die Verfügbarkeit, klären Sie die Ausbaustufe und wählen Sie dann einen Tarif, der zu Ihrem Alltag passt.
So vermeiden Sie zwei typische Fehler: einen Wechsel ohne Anschlussmöglichkeit – oder einen überdimensionierten Tarif, der im Alltag kaum Vorteile bringt.
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