Kupferabschaltung: Wann wird DSL wirklich abgeschaltet?
Status: Im Kommen - Die Regeln und Zeitpläne sind in Arbeit (Diskussionsbasis), Piloten laufen, aber die große Welle startet frühestens ab 2028.
DSL über Kupfer wird nicht „von heute auf morgen“ abgeschaltet, sondern schrittweise über viele Jahre.
Frühester Start für Abschaltungen ist laut Eckpunktepapier: ab 2028; komplett durchgezogen voraussichtlich erst 2035 bis 2040.
Vor der echten Abschaltung sollen Haushalte erst ordentlich auf Glasfaser (oder andere Gigabit-Techniken) migriert werden.
„Kupferabschaltung“ klingt wie Strom aus, Internet weg – zack, Feierabend. In Wirklichkeit ist es eher wie ein Umzug mit vielen Umzugskartons: Erst wird gepackt (Glasfaser ausgebaut), dann zieht man nach und nach um (Migration) und erst ganz am Ende wird die alte Wohnung abgegeben (Kupfernetz aus). In diesem Artikel klären wir, wann DSL in Deutschland realistisch verschwindet, wie der Wechsel organisiert werden soll und was das für Ihren Internetvertrag ganz praktisch bedeutet.
Vor- & Nachteile
- Langfristig mehr Zukunftssicherheit: Glasfaser ist auf hohe Bandbreiten und stabile Verbindungen ausgelegt.
- Weniger Doppelstrukturen: Ein Netz statt Kupfer plus Glas – das spart Betrieb und soll wirtschaftlicher sein.
- Bessere Energiebilanz als Kupfernetze: Der Umstieg unterstützt auch Effizienz- und Nachhaltigkeitsziele.
- Klare Verbraucherlogik im Plan: Abschaltung erst, wenn Haushalte migriert sind (Verbraucherschutz-Mechanismus).
- Unklarheit im Alltag: Es gibt noch keine festen regionalen Abschalttermine – Planung für Verbraucher ist schwer.
- Regeln sind noch im Fluss: Der Plan der Bundesnetzagentur ist teils Diskussionsbasis, Details können sich ändern.
- Umstellungsaufwand: Vertrag, Technik im Haus und Anbieterwahl müssen irgendwann angefasst werden.
- Abhängigkeit vom Ausbau: Ohne verfügbare Glasfaser vor Ort gibt’s nichts, worauf man wechseln könnte.
Wie der Übergang von DSL zu Glasfaser funktionieren soll
Konzept
Hinter der Kupferabschaltung steckt ein großes Infrastruktur-Projekt: Deutschland will weg vom alten Telefon-Kupfernetz (DSL) und hin zu Glasfaser. Der Hauptgrund ist ganz pragmatisch: Zwei Netze parallel zu betreiben ist unwirtschaftlich. Dazu kommt, dass DSL technisch an Grenzen stößt – in den Notizen genannt: Super Vectoring liefert maximal 250 Mbit/s, während Glasfaser deutlich höhere Datenraten ermöglicht. Wichtig für Verbraucher: Es geht nicht um einen bundesweiten Stichtag, an dem alle DSL-Leitungen tot sind. Stattdessen wird regional und schrittweise migriert. Laut Eckpunktepapier des Bundesdigitalministeriums (Oktober 2025) soll die tatsächliche Abschaltung frühestens ab 2028 beginnen. Bis das Kupfernetz flächendeckend aus ist, wird ein Zeitraum von 2035 bis 2040 erwartet.
Beispiel-Szenario
Stellen Sie sich vor, Ihr Haushalt hängt heute noch an DSL – so wie viele andere: In den Notizen ist von rund 24 Millionen DSL-Haushalten über Kupfer die Rede. Wenn bei Ihnen Glasfaser ausgebaut wird, startet nicht automatisch die „Zwangstrennung“. Phase 1 ist laut Bundesnetzagentur die freiwillige Migration: Sie könnten schon vorher wechseln, wenn es passt – oder erst später. Ein anderes Szenario: Ihre Kommune gehört zu den frühen Piloten. In einigen Regionen soll die Migration bereits ab 2026 getestet werden, genannt werden Kommunen mit hohem Versorgungsgrad in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das sind aber Pilotprojekte – keine bundesweite DSL-Abschaltwelle. Für die meisten gilt: Ihr Anbieter informiert Sie, wenn in Ihrer Region konkrete nächste Schritte anstehen, und der Wechsel soll geordnet ablaufen – inklusive Alternativen und transparenter Information.
Merke
Kupferabschaltung ist ein Prozess – kein Knopf
Wie beim Umzug: erst ausbauen, dann umziehen, erst am Ende die alte Leitung abgeben.
2028 ist frühestens der Start – nicht das Ende
Die frühe Abschalt-Phase beginnt laut Eckpunktepapier frühestens 2028; komplett erwartet 2035–2040.
Ohne Migration keine Abschaltung
Der Plan sieht vor: Kupfer soll erst dann abgeschaltet werden, wenn Haushalte ordnungsgemäß migriert sind.
Anwendungen
Tipps
- Mehr Ruhe bei der Planung: Sie müssen nicht mit einem plötzlichen DSL-Aus rechnen, weil der Übergang über Jahre läuft.
- Bessere Entscheidungsfreiheit in Phase 1: Wer will, wechselt freiwillig – und nicht erst „wenn’s brennt“.
- Wettbewerbsschutz als Leitplanke: Umstellung soll transparent sein und Alternativen verschiedener Anbieter ermöglichen.
- Langfristig bessere Perspektive bei hohen Bandbreiten: DSL (bis 250 Mbit/s mit Super Vectoring) hat klarere Grenzen als Glasfaser.
Geschichte und Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Die Kupferabschaltung ist eher Marathon als Sprint: Pilot-Migrationen ab 2026, früheste Abschaltungen ab 2028 und voraussichtlich erst zwischen 2035 und 2040 ist das Kupfernetz wirklich Geschichte. Für Ihren Internetvertrag heißt das: keine Panik, aber Augen offen halten. Prüfen Sie die Glasfaser-Verfügbarkeit, vergleichen Sie Angebote in Ruhe – und verlassen Sie sich darauf, dass der Wechsel geordnet und mit Informationspflichten stattfinden soll. Wer möchte, kann schon in der freiwilligen Phase aufspringen – wie bei einem gut getimten Umzug, bevor die Umzugskartons bis zur Decke stehen.
Quellen
- Grundlagen der Netzwerktechnik Teil I: Kommunikation – 2024-02-14
- Kabel Internet: Alles, was Sie wissen müssen – 2024-10-20
- Digitale Infrastrukturen – 2025-09-30
- Internet 1 – 2021-12-01
- Gigabit Ethernet 101: Grundlagen bis zur Implementierung
- Aufbau nachhaltiger und zukunftssicherer FTTH-Netze mit …
- WIK Report
- Begriffserklärung rund um das Thema Glasfaser
- Grundlagen: Rechnernetze und Verteilte Systeme Kapitel 3
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