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Was passiert mit meinem Internet-Anschluss beim Anbieterwechsel?

Status: Heute Standard - Anbieterwechsel sind im Telekommunikationsgesetz (TKG) geregelt und laufen im Alltag meist als koordinierter „Staffelstab-Wechsel“ zwischen altem und neuem Anbieter.

Der neue Anbieter kann die Kündigung beim alten Anbieter übernehmen – das ist der sauberste Weg für einen möglichst unterbrechungsfreien Wechsel.

Am Umschalttag darf es kurz haken: Spätestens nach einem Arbeitstag müssen Sie wieder Internet haben.

Zahlen müssen Sie erst beim neuen Anbieter, wenn der Wechsel klappt; beim alten Anbieter kann es eine Übergangsabrechnung geben (tagesgenau).

Ein Anbieterwechsel klingt oft nach Kabelsalat, Papierkrieg und „Bitte bleiben Sie dran“-Warteschleifen. In der Praxis ist es aber häufig eher wie ein Umzug mit Terminplan: Zwei Anbieter müssen die Schlüsselübergabe koordinieren, damit Sie nicht plötzlich im digitalen Niemandsland sitzen. Hier erfahren Sie, was mit Ihrem Anschluss wirklich passiert – von Kündigung und Umschaltdatum über mögliche Ausfallzeiten bis zu Kosten, Rufnummernmitnahme und typischen Stolperfallen.

Vor- & Nachteile

  • Meist unkomplizierter Ablauf, weil alter und neuer Anbieter den Wechseltermin miteinander abstimmen (TKG-Regelung).
  • Mit „Kündigung durch den neuen Anbieter“ sinkt das Risiko von Lücken – inklusive automatischer Rufnummernmitnahme.
  • Maximale Unterbrechung ist geregelt: Nach der Umschaltung müssen Sie spätestens nach einem Arbeitstag wieder online sein.
  • Bei Verzögerungen gibt es klare Zuständigkeiten: zuerst der neue Anbieter, notfalls Bundesnetzagentur als nächste Eskalationsstufe.
  • Wenn Kundendaten nicht exakt übereinstimmen (Name, Adresse, Geburtsdatum, Rufnummer), kann der Wechsel ins Stocken geraten.
  • Wenn Sie Termine verpassen (z. B. Techniker nicht reingelassen), kann das den Prozess verzögern und Auswirkungen auf Ansprüche haben.
  • Bei Übergangsversorgung können beim alten Anbieter noch Entgelte anfallen – allerdings tagesgenau und unter bestimmten Bedingungen reduziert.
  • Nicht jeder Tarif ist an jeder Adresse verfügbar; ein Wechsel kann sich dadurch verzögern oder ist so nicht möglich.

Wie Anbieterwechsel funktioniert

Konzept

Hinter den Kulissen läuft ein Anbieterwechsel wie eine geplante Umschaltung auf derselben „Leitung“ ab: Sie bestellen beim neuen Anbieter und geben dabei an, dass er die Kündigung beim bisherigen Anbieter übernehmen soll. Dann koordinieren beide Seiten den Wechseltermin, damit Ihr Anschluss möglichst ohne Pause vom alten Vertrag in den neuen „übergeht“. Dazu werden die notwendigen Schritte organisiert: Der neue Anbieter schickt Ihnen typischerweise eine Auftragseingangsbestätigung, einen Anbieterwechselauftrag und später die Auftragsbestätigung mit dem konkreten Wechseltermin – oft zusammen mit dem Router. Am Umschalttag wird Ihr Anschluss technisch umgestellt. Ein kurzer Hänger ist erlaubt, aber spätestens nach einem Arbeitstag muss die Versorgung wieder stehen. Wenn nicht, muss im Zweifel der alte Anbieter den Anschluss wiederherstellen – geregelt über den Prozess zwischen den Anbietern.

Beispiel-Szenario

Stellen Sie sich Ihren Internetanschluss wie eine Staffel vor: Der alte Anbieter läuft die erste Runde, der neue wartet am Wechselpunkt. Damit der Staffelstab nicht auf den Boden fällt, lassen Sie am besten den neuen Anbieter die Kündigung übernehmen. Dann steht ein Umschalttermin fest und die Übergabe ist geplant – statt „ich kündige mal spontan und hoffe, dass es klappt“. Ein typisches Szenario: Sie stoßen drei Monate vor Vertragsende den Wechsel an, weil Sie einen besseren Tarif möchten. Beim Bestellen geben Sie Ihre Daten exakt so an wie beim alten Anbieter (inklusive Geburtsdatum) und wählen die Rufnummernmitnahme. Am Umschalttag kann das Internet kurz weg sein – das ist wie ein kurzer Boxenstopp. Wenn am nächsten Arbeitstag immer noch Funkstille herrscht, melden Sie sich nicht beim alten, sondern beim neuen Anbieter: Er muss das mit dem bisherigen Anbieter klären, sodass die Verbindung bis zur endgültigen Umschaltung notfalls wieder aktiviert wird.

Merke

„Neuer Anbieter kündigt“ ist der sichere Standardweg.

So wird der Wechsel koordiniert, der Umschalttag abgestimmt und die Rufnummernmitnahme gleich mit erledigt.

Ausfall ist nur kurz „erlaubt“.

Am Umschalttag darf es Unterbrechungen geben – spätestens nach einem Arbeitstag müssen Sie wieder online sein.

Bei Problemen ist der neue Anbieter Ihr erster Ansprechpartner.

Bleibt das Internet nach dem Termin aus, muss der neue Anbieter mit dem alten die Wiederherstellung/Übergang klären; notfalls hilft die Bundesnetzagentur.

Anwendungen

Tarifwechsel zu besseren Konditionen: Viele wechseln, um von besseren Tarifen oder höheren Geschwindigkeiten zu profitieren.
Rufnummer mitnehmen: Festnetznummer soll bleiben – Sie geben die Rufnummer im Bestellprozess an, Portierung läuft dann meist automatisch.
Umzug mit Sonderkündigungsrecht: Wenn der bisherige Anbieter am neuen Wohnort nicht liefern kann oder nicht die vereinbarte Geschwindigkeit, ist Kündigung mit Frist von einem Monat möglich.

Tipps

  • Weniger Risiko, ohne Internet dazustehen, wenn der neue Anbieter Kündigung und Umschaltung koordiniert.
  • Planbarer Wechseltermin: Sie wissen, wann umgestellt wird und können z. B. Homeoffice oder Streaming-Abende drumherum legen.
  • Klare Regeln bei Verzögerung: Nach einem Arbeitstag muss wieder Internet da sein; im Fehlerfall gibt es einen Weg zur Wiederherstellung.
  • Rufnummer bleibt in vielen Fällen erhalten, ohne dass Sie selbst einen Extra-Marathon veranstalten müssen.

Geschichte und Entwicklung

Vor 2021
Lange Bindung und automatische Verlängerungen
Vertragslaufzeiten
Festnetz- und Internetverträge hatten typischerweise eine anfängliche Laufzeit von bis zu zwei Jahren; Details zu Verlängerungen waren für Verbraucher oft ein Stolperstein.
Längere Mindestlaufzeiten machten gute Planung beim Wechsel wichtig.
2021
TKG-Novelle: Keine automatische Jahresverlängerung mehr
Kündigungsregeln
Seit der Novelle 2021 ist eine automatische Verlängerung um ein Jahr nicht mehr zulässig. Nach der Mindestlaufzeit sind Verträge grundsätzlich monatlich kündbar; die Kündigungsfrist darf maximal einen Monat zum Vertragsende betragen.
Mehr Flexibilität für Verbraucher nach der Erstlaufzeit.
Seit TKG-Regelung (allgemein)
Koordinierter Anbieterwechsel & Ausfallgrenze
Wechselprozess
Der Anbieterwechsel ist gesetzlich so angelegt, dass alter und neuer Anbieter zusammenarbeiten. Unterbrechungen sind nur im Rahmen der Umschaltung vorgesehen; spätestens nach einem Arbeitstag muss die Versorgung wiederhergestellt sein.
Mehr Schutz vor langen Offline-Phasen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange darf mein Internet beim Wechsel ausfallen?
Am Tag der Umschaltung kann es eine Unterbrechung geben. Spätestens nach einem Arbeitstag müssen Sie wieder ans Internet angeschlossen sein.
Wen kontaktiere ich, wenn nach dem Wechseltermin kein Internet da ist?
Zuerst Ihren neuen Anbieter. Er muss das mit dem bisherigen Anbieter klären, damit die Verbindung bis zur endgültigen Umschaltung notfalls wiederhergestellt wird.
Welche Kosten können in der Übergangszeit entstehen?
Muss der alte Anbieter Sie bis zur Umschaltung weiterversorgen, kann er ab Vertragsende bis zur Umschaltung ein Entgelt verlangen – tagesgenau abgerechnet und preislich unter bestimmten Bedingungen reduziert. Beim neuen Anbieter zahlen Sie erst, wenn der Wechsel erfolgreich abgeschlossen ist.
Wie stelle ich sicher, dass meine Rufnummer mit umzieht?
Geben Sie die Rufnummer im Bestellprozess an und lassen Sie den neuen Anbieter die Kündigung übernehmen – dann läuft die Portierung in der Regel automatisch. Die Portierung ist in der Regel kostenlos.

Beim Anbieterwechsel wird Ihr Anschluss nicht „neu erfunden“, sondern geplant umgeschaltet – idealerweise so, dass Sie fast nichts davon merken. Der wichtigste Hebel ist, den neuen Anbieter die Kündigung erledigen zu lassen: Dann sind Wechseltermin und Rufnummernmitnahme sauber koordiniert. Planen Sie rechtzeitig, halten Sie Ihre Daten konsistent und wissen Sie für den Notfall: Ansprechpartner ist zuerst der neue Anbieter – und wenn es hakt, kann die Bundesnetzagentur unterstützen. So wird aus dem Wechsel kein Drama, sondern ein gut getimeter Boxenstopp.

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Wer schreibt hier?

Patrick ist bei PREISVERGLEICH.de und dsl.de ein erfahrener Experte im Bereich SEO, der sich auf Content, Analyse und Technik spezialisiert hat und den Internetbereich verbessert.

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